„Mama hat Probleme mit ihren Hämorrhoiden, mein Herr.“

Mein Sohn schaut den Steward ihm gegenüber sehr ernst an, der mich gerade aufgefordert hat, mich wieder hinzusetzen. Wir landen nämlich gleich am Flughafen Ciampino, zurück in der Stadt, mit der ich die schönsten Erinnerungen an meine Studienzeit verbinde. Dieses Mal nehme ich meinen Sohn mit. Er liebt Architektur und kann es kaum erwarten, das Kolosseum endlich mit eigenen Augen zu sehen.

Ich lache verlegen und kämpfe mich in den Sitz von Ryanair. Warum sitze ich mit meinen 1,82 Metern eigentlich immer so unglaublich eingeklemmt? Ich lehne auf meiner rechten Gesäßhälfte und strecke meine Beine in den Gang. Die Frau neben mir schaut missbilligend auf meine langen Beine.

Hämorrhoiden.

Ja, ich habe damit zu kämpfen. Seit der Geburt meines Sohnes habe ich sie und sie sind nie ganz verschwunden. Meistens sind sie ruhig, aber bei Stress kommt die Verzweiflung zurück. Dann fühlt es sich plötzlich an, als hätte sich dort unten ein kleines Bündel Weintrauben entwickelt, und glaubt mir, das kann wirklich sehr schmerzhaft sein.

In solchen Momenten tausche ich meinen String gegen mein Basic-, Midi- oder Taille-Modell und bade zweimal täglich, um alles sauber und angenehm zu halten. Sitzen ist dann nicht mehr wirklich angenehm, genau wie jetzt im Flugzeug auf dem Weg nach Rom.

Die Frau neben meinem Sohn nickt mir ermutigend zu.

„Wir Frauen müssen doch immer so einiges aushalten, nicht wahr, meine Liebe?“

Ich lache verlegen und versuche mich auf das Buch zu konzentrieren, das ich in diesem Urlaub lesen darf. Es heißt Die Macht der Unvollkommenheit und ich hoffe sehr, dadurch neue Erkenntnisse zu gewinnen und meine eigenen Unvollkommenheiten besser annehmen zu können.

Die Frau neben meinem Sohn fährt fort und fragt mich, ob ich offen für einen Tipp bezüglich meiner Hämorrhoiden bin.

„Na, dann mal her damit“, sage ich lachend.

„Meine Liebe, du solltest wirklich keine synthetische Unterwäsche tragen, dadurch wird es nur schlimmer. Ich habe eine Marke entdeckt, die einfach fantastisch ist. Die Unterwäsche ist aus Bambus gefertigt und hat einen speziellen Zwickel, der unglaublich weich, saugfähig und auslaufsicher ist. Sie heißt Pavone. Schau, das ist der Onlineshop.“

Demonstrativ zeigt sie mir den Onlineshop auf ihrem Handy und scrollt durch die verschiedenen Damenslips.

Ich bedanke mich bei der Frau für ihren Tipp und spüre, wie ich innerlich ganz warm werde. Ich bin voller Stolz.

Mein Sohn nimmt meine Hand und flüstert mir ins Ohr:

„Mama, du bist doch die Chefin von Pavone, oder?“

Ich zwinkere ihm zu und lege meinen Finger auf meine Lippen.

Manchmal ist es schön, einfach nichts mehr zu sagen.

So wächst Pavone weiter: Frauen helfen sich gegenseitig, aus Liebe und Verbundenheit.

Diese Frau ist meine Heldin von Flug E63L6S.

Falls Sie das lesen, würden Sie mir bitte eine Nachricht schicken? Ich habe hier noch ein schönes Geschenk für Sie als Dankeschön für diesen besonderen Glücksmoment während meines Fluges nach Rom.

Und die Hämorrhoiden?

Die sind während des Urlaubs verschwunden wie Schnee in der Sonne.

Möglich gemacht durch literweise Wasser statt Wein, ballaststoffreiche Croissants, das Treibenlassen im Salzwasser, einen stolzen Sohn und meinen Pavone-Bikini.

Seitdem bedanke ich mich bei jeder neuen Bestellung nicht nur bei meiner Kundin, sondern auch bei ihrer Freundin, Tante, Cousine, Mutter, Schwester, Tochter oder Nachbarin.

Denn ohne diese Frauen hätte ich nicht die Unterstützung und Kraft, die ich brauche, wenn meine Hämorrhoiden wieder Beschwerden machen.

Janneke Schellekens